Gemeinsame Pressemitteilung der Grünen Fraktion Neukölln und Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Neukölln
Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Jugendclub Wutzkyallee hat am 11.09.2026 ihren Endbericht veröffentlicht. Die von Bezirksstadträtin Nagel (Linke) eingesetzte Kommission sollte die mutmaßlichen Fälle sexualisierter Gewalt im Jugendclub Wutzkyallee sowie das Krisenmanagement des Jugendclubs und des zuständigen Jugendamts unabhängig aufarbeiten.
Zum Bericht nehmen Beate Bruker und Tjado Stemmermann für die Grüne Fraktion Neukölln sowie Daniela Wannemacher, Bürgermeisterkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Neukölln, Stellung.
Beate Bruker und Tjado Stemmermann, Grüne Fraktion Neukölln:
„Zunächst gilt unser Dank der Kommission, die sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Aufarbeitung der Fälle sexualisierter Gewalt im Jugendclub Wutzkyallee beschäftigt hat. Der Bericht bestätigt unsere bisherige Einschätzung: Anhaltspunkte für eine bewusste Vertuschung gibt es nicht, gravierende Versäumnisse im Jugendamt aber schon.
Der Bericht darf nicht zum Schlusspunkt der Aufarbeitung werden. Entscheidend ist, was jetzt daraus folgt: beim Träger, im Jugendamt, auf Bezirks- und Landesebene. Es geht im Jugendamt nicht nur um ein Kommunikationsproblem, sondern um Führungsverantwortung und Strukturen. Deshalb muss die von Stadträtin Nagel angekündigte „genaue Betrachtung des Jugendamtes als Organisation“ weitergehen, es müssen Konsequenzen folgen.
Die Forderungen der Kommission nach Schutzkonzepten, Supervision, und Führungskräftetrainings sind richtig und notwendig. Aber sie müssen auch finanziert werden. Die Bezirke stehen überall vor weiteren Kürzungen. Ohne eine auskömmliche Finanzierung der Bezirke wird eine Umsetzung von einigen Vorschlägen nicht einfach werden. Die strukturelle Aufstellung des Jugendamtes muss aber in jedem Fall jetzt angegangen werden.“
Daniela Wannemacher, Bürgermeisterkandidatin:
„Der Abschlussbericht der Kommission muss der Startpunkt für die weitere Stärkung des Kinderschutzes in Neukölln sein. Das kommende Bezirksamt muss die Empfehlungen konsequent umsetzen, damit sich solch ein Fall nicht wiederholen kann. Dafür muss das Jugendamt sich so aufstellen, damit jegliche Kinderschutzfälle sofort als solche erkannt, und umfassend und verlässlich gehandelt wird. Gleichzeitig hat die Kommission deutlich gemacht, dass sich die Jugendlichen eine Wiedereröffnung des Jugendclubs Wutzkyallee wünschen. Dafür müssen jetzt die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Jugendlichen wieder einen Raum für sich haben – sicher, personell stabil und unter Einhaltung eines konsequenten Schutzkonzepts.“

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