Kein Platz für Antifeminismus in Neukölln

Neukölln lebt von seiner Vielfalt. Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Kulturen und Identitäten machen unseren Bezirk aus. Deshalb ist für uns klar: Jede Person soll in Neukölln selbstbestimmt leben können – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sexueller Orientierung.

Doch das stellen antifeministische Bewegungen infrage. Antifeminismus ist mehr als eine rückwärtsgewandte Meinung. Dahinter steht eine gut vernetzte politische Bewegung, die traditionelle Geschlechterrollen festschreiben will und Vielfalt ablehnt. Queeres Leben und gleiche Rechte für alle haben in ihrem Weltbild keinen Platz. Das passt nicht zu Neukölln.

Ein Beispiel für die Auseinandersetzung mit solchen Weltbildern ist das Jahn-Denkmal in der Hasenheide. Friedrich Ludwig Jahn gilt als Begründer der deutschen Turnbewegung. Gleichzeitig schloss er Frauen und jüdische Menschen bewusst aus. Trotzdem wird er bis heute mit einem Denkmal geehrt. 

Protestaktion zum feministischen Kampftag: Daniela Wannemacher, Werner Graf, Katheryn Mariell Herrmann Aguero und Bahar Haghanipour mit einem Transparent, das Rosl Persson als Alternative zum Jahn-Denkmal zeigt. Foto: Stefanie Stier

Mit einer Protestaktion habe ich zum feministischen Kampftag am 8. März diese Debatte angestoßen: Gemeinsam mit dem Netzwerk Frauen in Neukölln, unserem Spitzenkandidat Werner Graf, unserer Bürgermeister-Kandidatin Daniela Wannemacher und Kathy Aguero aus der grünen BVV-Fraktion haben wir gefordert, das Jahn-Denkmal durch eine moderne Neuköllner Antwort zu ersetzen.

Bahar Haghanipour, Direktkandidatin im Wahlkreis 2. Foto: Dora Csala

Es geht um mehr als ein Denkmal. Es geht um das Weltbild dahinter. Eine aktuelle Expertise der Grünen Fraktion im Abgeordnetenhaus zeigt: Berlin ist Hauptstadt antifeministischer Netzwerke.  Wir Grüne nehmen diese Gefahr ernst und fordern: Justiz und Sicherheitsbehörden sensibilisieren, mit Prävention in Schulen gegenhalten und Demokratieprojekten den Rücken stärken!

Wer heute Frauenrechte zurückdrängt, greift auch Vielfalt, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt an. Genau deshalb setze ich mich gegen Antifeminismus, für mehr Feminismus und für ein offenes, gerechtes und vielfältiges Neukölln ein.

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