Seit November 2025 hat Berlin ein Klimaanpassungsgesetz: Das BäumePlus-Gesetz soll bis 2040 für 600.000 neue Bäume und damit für Kühlung in heißer werdenden Zeiten sorgen.
Aktuell stehen der Zahl neu gepflanzter Straßenbäume jedoch noch deutlich mehr Fällungen gegenüber, die Bilanz ist also negativ. In Neukölln gelingt es unter unserem Stadtrat Jochen Biedermann bereits seit zwei Jahren, dieses Verhältnis wieder umzudrehen. Auch im Nachbarbezirk Tempelhof-Schöneberg wächst unter grüner Zuständigkeit die Zahl der Straßenbäume, Charlottenburg-Wilmersdorf hat einen Umsetzungsplan erarbeitet, weitere Bezirke sind dabei.
Gleichzeitig gefährden die jüngsten Kürzungen der schwarz-roten Koalition im Umweltbereich, etwa beim Kleingewässerprogramm, sogar den Erhalt des Status quo. In der Senatsverwaltung für Finanzen werden zudem aktuell und entgegen aller Versprechungen Gelder für eine gesamtstädtische Planungskoordination blockiert.
Und was meint die Initiative, die das Gesetz erkämpft hat? Unsere AGen Klima & Umwelt und Stadtentwicklung trafen in der gemeinsamen Mai-Sitzung den Bezirkskoordinator von BaumEntscheid e.V., Nuri Falkenberg. Er berichtete von engagierten Aktiven sowie von viel Neugier und Bereitschaft, weiterzumachen. Denn wir werden alles brauchen: Versickerungsflächen und Regenwassernutzung, Hitzeschutzkonzepte und kühle Orte – gerade in den sozial schwächeren Gebieten der Stadt, die wegen hoher Verdichtung oft auch thermisch am stärksten belastet sind, wie der Berliner Umweltgerechtigkeitsatlas nachweist. Dazu gehört auch Nordneukölln.
Zwar steht noch in den Sternen, wie viel Beteiligung tatsächlich möglich sein wird, doch zumindest ein Pflanzrecht sollen Bürger*innen erhalten. Den verbindlichen Rahmen setzen muss jedoch der Senat – und ist damit bereits in Verzug. Folgerichtig spricht man beim BaumEntscheid e.V. von einem „Fehlstart“ und betont: „Bäume müssen Wahlkampf-Thema werden.“
Immerhin: Läuft man auf der Karl-Marx-Straße entlang der jungen Eichen, Robinien und Schnurbäume, kann man sie bereits erahnen – die mögliche künftige Pracht unserer Stadt. Das macht Hoffnung.
Ein Beitrag der AG Klima & Umwelt

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