Pressemitteilung nach Sonder-JHA

Nach dem Sonder-Jugendhilfeausschuss, der anberaumt wurde, um die Jugendstadträtin zur mutmaßlichen Vergewaltigung und wiederholten Fällen von sexualisierter Gewalt in der Jugendfreizeiteinrichtung Wutzkyallee vertieft zu befragen, erklären Bündnis 90/Die Grünen Neukölln:

Daniela Wannemacher, Grüne Spitzenkandidatin für das Amt der Bezirksbürgermeisterin in Neukölln:

Die mutmaßliche Vergewaltigung und die Fälle von sexualisierter Gewalt in der Jugendeinrichtung Wutzkyallee sind ein dramatisches Versagen des Kinder- und Jugendschutzes. Wir werden nicht lockerlassen, bis restlos alle Versäumnisse aufgeklärt sind, denn so etwas darf nie wieder passieren. Kinder und Jugendliche müssen in Neukölln sicher sein. Dafür muss jetzt gehandelt werden: Alle Schutzkonzepte müssen auf den Prüfstand und in der Praxis getestet werden, damit alle Beteiligten die Verfahren kennen und diese dann auch funktionieren. Klar ist auch: Der Schutz von Kindern und Jugendlichen funktioniert nur bei ausreichender Finanzierung der Jugendarbeit. Aktuell reicht die finanzielle Ausstattung nicht einmal für die gesetzlichen Mindeststandards. Der Berliner Senat muss die Bezirke jetzt so ausstatten, dass ausreichend und gut qualifiziertes Personal in allen Jugendeinrichtungen arbeiten kann.“

Beate Bruker, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, und Tjado Stemmermann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender:

Die Jugendstadträtin, Sarah Nagel, ist weiterhin die Antwort auf zentrale Fragen schuldig geblieben: Warum hat Sarah Nagel nicht sofort gehandelt, nachdem sie über die Vorwürfe informiert wurde? Wie kann es sein, dass die Sichtweise von Jugendamt und Mädchenzentrum immer noch völlig voneinander abweichen? Warum wurde Meldungen über sexualisierte Gewalt ein Jahr lang nicht ausreichend nachgegangen? Lückenlose Aufklärung und der Schutz der Betroffenen haben für uns oberste Priorität. Jugendstadträtin Sarah Nagel hat jetzt erste Konsequenzen angekündigt. Wir erwarten, dass jetzt Taten folgen: Bis Mitte April muss die unabhängige Aufarbeitungskommission eingesetzt werden, bis zum 1. Juni ein Zwischenbericht und bis zum 1. September ein Abschlussbericht der Untersuchung vorliegen. Die Schutzkonzepte aller Einrichtungen und die internen Meldeketten müssen überprüft werden, insbesondere mit einem Fokus auf Fälle von sexualisierter Gewalt. Ein Wegducken werden wir nicht akzeptieren. Das weitere Vorgehen, insbesondere die Frage der personellen Konsequenzen, bleibt auf dieser Basis zu beraten, das werden wir gemeinsam in der Zählgemeinschaft mit der SPD tun.“

Hier finden Sie den Fragenkatalog, der Jugendstadträtin Sarah Nagel zur Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses übersandt wurde.

Für Rückfragen kontaktieren Sie gerne:
Stefanie Stier
Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Bündnis 90/Die Grünen Neukölln
presse@gruene-neukoelln.de

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