
Über Jochen
Jochen lebt seit mehr als 20 Jahren in Neukölln und gestaltet den Bezirk seit fast einem Jahrzehnt als Stadtrat aktiv mit. Er arbeitet mit Herzblut dafür, dass Neukölln bezahlbar, klimafit und lebenswert für alle bleibt – mit sicheren Wegen, schattenspendenden Parks und ohne Angst vor Verdrängung.
Du kandidierst erneut als Baustadtrat. Was willst du für die Menschen in Neukölln erreichen?
Ein gutes Leben. Aber konkret: Neukölln braucht eine Politik, die sich mit klarem Kompass um die drängenden Fragen unserer Zeit kümmert. Die Angst, sich vielleicht bald die Miete nicht mehr leisten zu können macht Menschen krank. Es sterben immer noch viel zu viele Menschen im Straßenverkehr oder werden schwer verletzt. Die heißen Sommer setzen gerade älteren Menschen schwer zu. Auf all das müssen wir schnell Antworten finden. Ich will, dass Menschen in unserem Bezirk sicher und bezahlbar wohnen können. Ich will weiter daran arbeiten, gute Fuß- und Radwege zu schaffen, den Durchgangsverkehr aus den Wohnkiezen zu halten und sichere Schulwege zu schaffen. Und ich will, dass wir heute Bäume pflanzen, damit wir morgen Schatten haben. Und unsere Kinder in grünen Parks und auf sauberen Spielplätzen toben und die Welt entdecken können.
Über welche grünen Erfolge in Neukölln freust du dich am meisten? Wo hat grüne Politikden Menschen vor Ort bereits geholfen?
Ich bin jeden Tag im Bezirk unterwegs und werde oft angesprochen, weil sich jemand über eine kleine Veränderung freut. Das kann eine Blühwiese sein, die neuen Bäume in der Hasenheide oder der Umbau einer Kreuzung, über die man jetzt auch mit Kinderwagen oder Rollator sicher rüberkommt. Oder die Bewohnerin eines Hauses für die wir das Vorkaufsrecht gezogen haben und die jetzt wieder ruhig schlafen kann. Neulich habe ich eine E-Mail bekommen, wo sich jemand für die Verkehrsberuhigung bedankt hat und berichtet hat, dass ihr Kind jetzt mit dem Rad zur Schule fahren kann, was vorher undenkbar war.
Das sind kleine Ausschnitte, was mich täglich umtreibt. Ich kämpfe um jede bezahlbare Wohnung – im Bestand genauso wie im Neubau. Wir haben uns als Bezirk da zum Vorreiter entwickelt und Konzepte entwickelt wie das Neuköllner Modell für kiezverträglichen Neubau, das jetzt landesweit zum Einsatz kommt. Am Anfang gab es darum viele Diskussionen, inzwischen ist das komplett akzeptiert. Im Reuterkiez sind die Unfälle durch die Verkehrsberuhigung um 60% zurückgegangen, jeder Unfall der verhindert wird, spart Geld und menschliches Leid. Mit dem Klimaumbau in der Hasenheide haben wir gezeigt, wie wir einen großen innerstädtischen Park so umbauen können, dass er auch unseren Kindern noch Schatten spendet. Und wir sind einer von nur drei Bezirken, die im letzten Jahr mehr neue Straßenbäume gepflanzt als alte gefällt haben. Auch darauf bin ich stolz.
Klar ist aber auch: ohne die zahlreichen Blockaden der schwarz-roten Rückschrittskoalition könnten wir in vielen Punkten schon deutlich weiter sein.
Welche Begegnungen in Neukölln haben dich besonders geprägt?
Mich beeindruckt immer wieder, wie viele Menschen sich in Neukölln für ihren Kiez einsetzen. Neukölln ist ja kein einfaches Pflaster, aber es gibt so viele tolle Menschen hier, die einfach anpacken und unseren Bezirk zusammenhalten. Ob Initiativen für sichere Schulwege, Nachbarschaftsprojekte, Engagement gegen Verdrängung oder Menschen, die Parks, Jugendclubs und Kulturangebote mit Leben füllen – sie machen Neukölln so besonders.
In vielen Gesprächen höre ich immer wieder, wie wichtig die richtigen politischen Entscheidungen für Alltag sind: bezahlbare Wohnungen, sichere Wege für Kinder, ruhige Straßen, und saubere und grüne Parks, in denen man sich gerne aufhält. Das passiert nicht von selbst, das gibt’s nur mit Grün. Genau dafür Politik zu machen, motiviert mich jeden Tag aufs Neue.
